Archive of Impressions

(2017—)



Der erste Kontakt zur Umwelt unmittelbar nach der Geburt findet über die Haut statt: Berührungen sind die ersten Impressionen des Menschen. Die Haut ist die sensible Oberfläche, die das Innerste, das Intimste, vom Aussen schützt. Als taktiler Berührungspunkt zur Welt ist die Haut gleichzeitig Schutz und pathisches Archiv sowohl flüchtiger als auch prägender Momente. Abgeleitet vom griechischen Wort Pathos [πάθος] kann der Begriff des Pathischen mit Betroffenheit, Sensibilität oder Leiden übersetzt werden.

Berührung bedingt immer auch die Fähigkeit zu körperlichem Kontakt. Zum einen, das Sich-Einlassen, zum anderen die unmittelbare, physische Nähe. Die Empfindung der Umgebung verschiebt sich zunehmend auf eine rein visuelle Ebene. Durch die heutige Allgegenwart von Bildern — auf Handys, Tablets, Monitoren — findet die Wahrnehmung oft nur noch über die glatte Oberfläche des entsprechenden Bildschirms statt. Die Interaktion über diverse digitale Plattformen suggeriert Intimität, ohne jedoch physischen Kontakt zu ermöglichen.

Was bedeutet es heute, etwas zu fühlen, taktil wie auch emotional? Wie wird der eigene Körper wahrgenommen im Raum? Haben wir uns von uns selbst und der Welt durch die allgegenwärtige Fotografie distanziert?
 

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